Eisbaden im Sommer
Ja, und besser als im Winter. Der Körper unterscheidet nicht nach Kalender, sondern nach Wassertemperatur. Was im Februar bei acht Grad passiert, passiert im Juli bei acht Grad genauso.
Warum es im Sommer trotzdem kaum Angebote gibt
Weil fast alle am See arbeiten. Der Pleschinger See hat im Juli über zwanzig Grad, und damit ist die Saison vorbei. Von April bis Oktober gibt es in und um Linz praktisch kein begleitetes Eisbaden, obwohl die Nachfrage nicht verschwindet.
Ein gekühltes Becken hat dieses Problem nicht. Es steht bei 5 bis 8 Grad, ob draußen fünf Grad sind oder fünfunddreißig. Deshalb findet der Termin auch im August statt.
Der Sommer ist der bessere Einstieg
Im Winter besteht die Hürde zur Hälfte aus allem, was um das Wasser herum passiert: der kalte Weg zum Ufer, das Ausziehen bei drei Grad Luft, das Anziehen mit tauben Fingern. Viele scheitern nicht am Wasser, sondern am Umfeld.
Im Sommer fällt das weg. Der Garten ist warm, das Wasser hat 5 bis 8 Grad, und die Kälte beschränkt sich auf die Minute, um die es geht. Danach setzt du dich in die Sonne statt in ein Auto mit tauben Fingern.
Und der Reiz ist im Sommer sogar größer, nicht kleiner. Der Unterschied zwischen dreißig Grad Luft und sechs Grad Wasser ist deutlicher als der zwischen drei und drei.
Was der Garten gegenüber dem See ändert
- Die Temperatur ist bekannt, statt vom Wetter der letzten Woche abzuhängen.
- Kein Ufer, keine Strömung, kein unbekannter Grund, keine anderen Badegäste.
- Der Platz ist geschützt, der Termin fällt bei Regen nicht aus. Nur bei Gewitter wird verschoben.
- Es ist eine Person im Becken statt einer Gruppe im See. Wer beim ersten Mal nicht beobachtet werden will, muss das nicht.
- Kein Anfahrtsweg an einen Badeplatz, an dem im Winter niemand räumt.
Ist Eisbaden im Sommer genauso gesund?
Die beschriebenen Kältereaktionen hängen an der Wassertemperatur und an der Regelmäßigkeit, nicht an der Jahreszeit. Wer im Sommer weitermacht statt bis November zu pausieren, hält die Gewöhnung, die er sich im Winter aufgebaut hat. Genau daran scheitern die meisten: nicht am Einstieg, sondern an der Lücke von sieben Monaten.